Netzteile für Lader

 

Die meisten Elektroflieger besitzen einen oder mehrere Lader für ihre Akkus. Die globigen und schweren alten Lader werden immer mehr durch neue und immer günstigere Computerlader verdrängt. Allerdings haben die neue Computerlader keinen integrierten Transformator mehr, so dass sie nicht mehr an der Steckdose sondern nur an der 12V Batterie des Autos funktionieren. Auf dem Flugfeld ist das kein Problem, aber wenn man zu hause den Akku über längere Zeit formieren möchte oder einfach nur laden will und es ist kein Auto verfügbar, benötigt man ein zuverlässige 12V Spannungsquelle, die einen genügend hohen Strom hergibt. Die Hersteller von Ladern bietet als Lösung eigene Netzteile an, die es ab 70 EUR zu haben gibt. Netzteile für größere Ströme (> 10 A) kosten mehr.

 

Eine günstige Alternative stellen Netzteile ausgedienter Computer dar. Hier gibt es alte AT Netzteile, die kaum noch in Rechnern zu finden sind, und aktuelle ATX Netzteile, die mehr Leistung besitzen und für Lader besser geeignet sind. Alte PC Netzteile für AT Boards liefern sofort Strom, sobald sie mit dem Hausnetz verbunden werden; bei den herkömmlichen ATX Netzteilen muss nach dem Anschließen zuerst ein Taster gedrückt werden.

Ein wichtiges Kriterium für ein Netzteil ist der maximale Strom, den es auf der 12 V-Leitung liefern kann. Der Strom hängt vom Ladegerät ab: Im Handbuch ist meist die maximale Leistungsaufnahme/ Ladeleistung des Laders aufgeführt. Eine max. Ladeleistung von 120 Watt (Graupner Ultramat 25, Simprop IntelliControl v2) bedeutet, dass der Lader bei 12 V Eingangsspannung max. 10 A zieht (+ einige 10mA Betriebsstrom für den Lader). Das Netzteil muss mindestens auch 10 A liefern können. Auf vielen Ladern steht z.B. "max Zellenzahl: 25, max Schnellladestrom: 5A". Dies muss nicht bedeuten, dass der Lader tatsächlich 25 Zellen bei 35 V mit 5 A (= 175 W; 14,6 A bei 12 V) lädt. Stattdessen werden 16 Zellen noch mit 5 A geladen - werden mehr Zellen angeschlossen, so verringert der Lader seinen Strom, um die max. Ladeleistung nicht zu überschreiten.

Kauft man sich ein neues Netzteil, sollte man sich ein 300 W-Gerät besorgen (z.B. bei www.alternate.de für 29 EUR). Diese Leistung (ca. 15 A bei 12 V) genügt den meisten Ladern. Teurere Netzteile bieten eine höhere Leistung, spezielle Bauformen, besonders leise Lüfter oder energiesparende Funktionen - alles uninteressant zum Laden von Akkus.

Aus dem Netzteil kommen mehrere Kabelbündel: ein dickes mit einem breiten 20-pin Stecker zum Anschluss an das Mainboard, mehrere Bündel mit 4 Kabel (2x schwarz, 1x gelb, 1x rot) und vielleicht noch einige Kabel mit speziellen Steckern. Schließt man das Netzteil an die Steckdose an, liefert es noch keinen Strom - auch zu erkennen an dem Lüfter, der sich nicht dreht. Zum Betrieb muss PS-ON mit GND/COM verbunden werden. Das Netzgerät kann anschließend über den Schalter an der Rückseite an- und ausgeschaltet werden.

 

 

20-poliger ATX Mainboard Stecker von Kabelseite betrachtet

3.3 V: orange

-12 V: blau

PS-ON: grün

PW-OK: grau

 

PS-ON - grün mit GND - schwarz verbinden

wenn es nicht funktioniert: zusätzlich PW-OK - grau mit +5 V - rot verbinden

 

 

Sind die beiden Pins korrekt angeschlossen, beginnt der Lüfter sich zu drehen und über die Bündel mit den 4 Kabel kann über das schwarze Kabel GND und über das gelbe +12 V abgegriffen werden. Die Kabel können auch gekürzt werden, so dass nur noch die beiden Kabel mit der Versorgungsspannung für den Lader  aus dem Netzteilgehäuse kommen. Am saubersten sieht es aus, wenn man 2 Löcher in das Gehäuse bohrt, 2 Schrauben isoliert anbringt und diese Schrauben von innen mit den Kabeln verbindet.

 

Die Plastikscheiben verhindern einen Kurzschluss der Klemmen des Laders.

 

Doch Vorsicht: Auch viele Minuten nach dem Trennen des Netzteils vom Hausnetz können Bauteile im Inneren des Gehäuses noch gefährliche Spannungen führen.

 

Ralf K., 9.2003

Stand 9.2003

 

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